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Ein starkes Viertel reicht nicht…

Written By: fb on November 10, 2011 No Comment

Im ersten Spiel nach der aus sportdisziplinarischen Gründen erfolgten Suspendierung von Nick Williams waren unsere Phantoms in einer engen Begegnung mit 71:72 gegen die Artland Dragons unterlegen. “Was erlauben sich Spieler? Mannschaft war Flasche leer!”, wäre eventuell das Fazit eines bekannten italienischen Fußball-Trainers nach dem Spiel gewesen. Denn für’s Auge war es wahrlich nicht, was die Phantoms vor allem im ersten Viertel boten. Kaum Rotationen, wenig Körpersprache und eine ausgesprochen schlechte Trefferquote aus dem Feld (27 Prozent) waren die Charakteristika der ersten zehn Minuten. Allerdings gab es im Braunschweiger Spiel auch eine Ausnahme: Unser Center Kyle Visser spielte von Beginn an stark auf und hielt mit sechs von zehn Punkten seine Mannschaft fast alleine im Spiel.

Überhaupt schien der Beginn der Begegnung durch die Center beider Mannschaften geprägt zu sein. Denn was auf Phantoms-Seite Kyle war, war auf Dragons-Seite Anthony King. Gegen den wuchtigen Big Man war kein Kraut gewachsen und so hämmerte er einen Dunk nach dem anderen durch die Reusen. Ihm zur Seite drückte aber auch David Holsten, Spielmacher der Gäste, der Partie seinen Stempel auf. Holsten misst zwar nur 1,70 Meter Körperlänge, ist aber mit 19.6 Punkten zweitbester Punktesammler der Liga. Gegen dieses Paket fanden die Phantoms kaum ein Mittel und sahen mehr oder weniger dabei zu, wie beide zusammen 15 Punkte im ersten Viertel produzierten.

Diese drei genannten Protagonisten blieben auch die entscheidenden im zweiten Viertel – bis auf King. Unser Team versuchte den Center vom Korb fernzuhalten. Was auch gelang. Dafür ergaben sich jedoch große Lücken auf dem Flügel, und die nutzte JJ Strasser auf Seiten der Gäste. Er versenkte eiskalt drei Versuche von Jenseits der 6,75 Meterlinie und ließ Kulle dabei leider nicht gut aussehen. Nur gut für unsere Mannschaft, dass die Dragons Kyle nach wie vor nicht in den Griff bekamen. Es kam einem fast so vor als würden alle Systeme jetzt nur noch für unseren Center gespielt werden, der sich dafür mit starken 14 Punkten zur Halbzeit (29:40) bedankte.

Obwohl es für IMac, Jorovic und Co. keinen Pausentee gab, wie Coach Machowski später in der Pressekonferenz sagte, muss dem Team dennoch etwas verabreicht worden sein, das es wachgerüttelt hat. Die Verteidigung stand besser, daraus ergaben sich Schnellangriffe, daraus resultierend leichte Punkte und Branko Jorovic blühte hinzukommend auf. Noch immer nicht im Vollbesitz seiner Kräfte nach seiner Oberschenkeloperation zeigte unser Forward aber, wozu er imstande ist. Defensiv wie angeknipst und offensiv den Ball fordernd – das war Branko. Zwei Steals und neun Punkte waren seine Ausbeute im dritten Viertel und er damit ein Garant für das Comeback in diesem Spiel. Seine Freiwürfe ca. drei Minuten vor Ende des dritten Spielabschnitts sorgten für die zweite Führung der Phantoms in diesem Spiel. Mit 56:55 ging es ins letzte Viertel.

Kurz nach Beginn der letzten zehn Minuten wechselte Sebastian Machowksi nicht unbedingt verständlich für jedermann den heiß gelaufenen Branko aus und brachte den kämpferischen, aber im Angriff dieses Mal glücklosen Rich Melzer (0/9 aus dem Feld) zurück. Unser Team startete dennoch ordentlich in die finale Phase. So erhielt Kulle erstmalig einen verhältnismäßigen freien Dreipunktewurf und versenkte ihn. Rich ging kurz darauf an die Freiwurflinie und verwandelte ebenfalls seine Würfe. Jetzt betrug der Vorsprung vier Zähler.

Doch anstatt konzentriert weiterzuspielen, trafen Stephen Dennis und Kollegen vermehrt schlechte Entscheidungen. Es war ungeduldig und endete oftmals in “Harakiri”-Aktionen, was unser Team jetzt machte. Schlechte Wurfentscheidungen, Ballverluste und ein wieder stärker werdender Gegner waren die Folge. Mehrere Minuten lang blieben unsere Phantoms ohne Punkterfolg bis Kyle Visser von der Freiwurflinie und LaMarr Greer aus der Mitteldistanz trafen (66:66). Aber wir nutzten diesen Ausgleich nicht zu unseren Gunsten, sondern ließen den Gegner erneute auf vier Zähler davonziehen. Branko war mittlerweile wieder im Spiel, schien aber merklich abgekühlt zu sein und traf seine Würfe nicht mehr. Dafür hatte LaMarr jetzt ein wenig Fortune auf seiner Seite und markierte einen Dreipunktewurf zum 69:70. Ein erfolgreicher Offensiv-Rebound von Kyle mit anschließendem Korb sorgte bei noch 40 Sekunden Spielzeit für die Führung.

Doch war da noch David Holsten… in nahezu aussichtsloser Position erhält er den Ball ohne Balance an der Seitenauslinie. Er versucht das Gleichgewicht zu halten, fällt aber nach hinten, wirft den Ball in letzter Sekunde noch ab – und der fällt in den Korb!!! Da die Schiedsrichter den Wurf seltsamerweise nur als Zweipunktewurf werteten (es war ein glasklarer 3er), hatten die Phantoms die Chance, mit einem eigenen Angriff noch einmal das Blatt zu wenden. Nach einem Foul der Dragons landete der Ball nach Einwurf bei IMac, der weiter auf Branko passt. Der lässt einen Gegner aussteigen, geht einen Schritt näher Richtung Korb und drückt aus der Mitteldistanz ab. Der Wurf prallt auf den Ring, das war’s! Game over!

Völlig unnötig haben unsere Phantoms dieses Spiel verloren, weil sie sich mit Beginn des Spiels selbst auf die Verliererspur gebracht haben. Zu wenig Rotation, zu wenig Biss, zu wenig “erkennbare” Systeme für die guten Werfer und schlechte Entscheidungen im Abschluss haben der Mannschaft den Sieg gekostet. Jetzt gilt es, erneut in der Ferne zwei Punkte zu stehlen (13.11. in Trier) und dann mal wieder zu Hause gegen Würzburg (18.11.)  zu gewinnen.

Scouting zum Spiel

Galerie zum Spiel

Pressekonferenz zum Spiel

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