Eine etwas “komische” Auswärtsfahrt
Nach der deftigen Pleite im Heimspiel gegen die Albatrosse aus Berlin (Ergebnis) fuhren wir zwar mit dem Glauben nach Oldenburg, dass unsere Phantoms dort
siegen könnten, gingen aber nicht unbedingt davon aus. Zu frisch waren noch die Erinnerungen an die Niederlage gegen die Hauptstädter, in der sich Melzer, Williams und Co. schlecht und ohne den nötigen Biss präsentierten. Aber die Mannschaft kündigte im Vorfeld der Partie Wiedergutmachung an – und ließ den Worten Taten folgen.
Mit Beginn des Spiels waren unsere Phantoms wach und augenscheinlich gut auf den Gegner eingestellt. Das Team von Baskets-Trainer Predrag Krunic hingegen schien sich vor allem auf die Dinge verlassen zu wollen, die bei unserer Mannschaft bislang noch nicht gut funktionierten. So wäre da beispielsweise Robert Kulawick. Der Phantoms-Neuzugang hatte in der jungen Saison noch nicht zu seinem starken Dreipunktewurf gefunden, beziehungsweise kam selten dazu, ihn einzusetzen. Gegen Oldenburg war das anders. “Komischerweise” schenkten Brown, Hasbrouck und Kollegen unserem Scharfschützen nur wenig Beachtung. Kulle wäre aber nicht Kulle, würde er das nicht nutzen – und da schlugen seine Dreipunktewürfe auch schon im gegnerischen Korb ein. Drei Versuche, drei Treffer! So seine Bilanz nach wenigen Minuten. Die mitgereisten Supporters und Fans rieben sich die Augen und kamen angesichts dieses spektakulären Auftaktes nicht mehr aus dem Jubeln heraus.
Aber es war schon jedem klar, dass das Spiel vermutlich nicht so weiterlaufen würde. Die Phantoms produzierten in der Folge in nur zwei Minuten vier Ballverluste. Dadurch kamen die Oldenburger zu leichten Punkten durch Schnellangriffe und konnten zum 14:16 aufschließen. Jetzt war es ein Spiel auf Augenhöhe. Beide Mannschaften schenkten sich wenig, was auch zu zahlreichen Freiwürfen führte. Aber entgegen der bis hierhin starken Dreierquote setzte unser Team zu viele Freiwürfe daneben. Ein erfolgreicher Dreipunktewurf von Branko Jorovic, der seit seiner Verletzung erstmalig wieder dabei war, sorgte dennoch kurz vor Ende des ersten Viertels nochmals für die Führung von 24:22. Bobby Brown traf aber mit Ablauf der Uhr ebenfalls für Drei und so ging es mit 24:25 in die Viertelpause.
In den zweiten zehn Minuten verlief das Spiel weiterhin sehr eng. Keine der beiden Mannschaften wusste sich in dieser Phase entscheidend abzusetzen – bis wieder die Stunde von Kulle schlug. Zuerst verlud er die Oldenburger Verteidigung, als er einen Wurf jenseits der 6,75 Meterlinie antäuschte, um dann zum Korb zu ziehen und per Leger zu vollstrecken. Und nur wenige Minuten später sicherte er sich einen Offensivrebound, dribbelte seelenruhig auf seine Lieblingsposition und feuerte dann erneut für Drei ab! Das war die 41:36-Führung, die kurz darauf durch IMac nach Assist von Kulle sogar auf 43:36 erhöht wurde. Zur Halbzeit ging unser Team mit einer Führung von sieben Punkten in die Kabine.
Wenn man in der ersten Hälfte von einem Spieler Punkte vermisste, dann war es Rich Melzer. Unser Forward hatte oftmals Pech im Abschluss und wurd gut verteidigt. Aber mit Beginn des dritten Viertels zeigte er, dass noch mit ihm zu rechnen sein würde. Die ersten sechs Zähler gingen alle auf das Konto von unserem Big Man. Und wie man es von ihm gewohnt ist, pushte er sich gewaltig. Seine Punkte waren in dieser Phase sehr wichtig, da beim Rest des Teams nichts fallen wollte. Das führte unweigerlich dazu, dass die Gastgeber verkürzen konnten. Bis auf 62:66 waren die Oldenburger wieder herangekommen. Doch ein erfolgreicher Dreier von LaMarr Greer ließ alle wieder ein wenig durchatmen (69:62).
Wer aber glaubte, dass sich die Gastgeber nun endlich würden abschütteln lassen, der hatte sich mal wieder getäuscht. Bis auf einen Punkt hatten sie aufgeschlossen, ehe unser Kapitän einen Dreier versenkte. Und obwohl erneut LaMarr sowie IMac punkteten und den Vorsprung wieder ausbauten, blieb dennoch das Gefühl zurück, dass hier noch nichts gewonnen war. Eine Neun-Punkte-Führung fünf Minuten vor Schluss reichte unserer Mannschaft nicht, um den Sieg ohne Aufregung und Nervenflattern nach Hause zu bringen. Die Oldenburger, angeführt von Burrell und Smeulders, drehten jetzt auf. Burrell zog ein Foul nach dem anderen und Nick Schneiders hatte dem wenig
entgegenzusetzen. Und so kam es wie es kommen musste: 26 Sekunden vor Ende der Partie stand es 88:87 für die Hausherren. Ein letzter Angriff blieb den Phantoms. Und nachdem Stephen Dennis zweimal das Foul gezogen hatte, verblieben nur noch 18 Sekunden.
Unser Team versuchte, den Ball unter den Korb zu den langen Leuten zu bringen. Aber die Verteidigung der Oldenburger stand zu gut. Da war kein Durchkommen. Plötzlich stand IMac an der Dreierlinie frei, drückte ab und traf! Wie schon wenige Minuten zuvor traf Mr. Defense traumwandlerisch sicher und sicherte den Phantoms damit den Sieg. Unfassbar und irgendwie auch “komisch”, dass ausgerechnet Kulle und IMac in dieser Begegnung die Sieggaranten waren. Zwar wissen alle von den Offensivqualitäten beider Spieler, doch hatten sie diese bis dato kaum gezeigt, mit Ausnahme des Berlin-Spiels, in dem IMac bereits aufblühte.
Nach der Jubel- und Feierzeremonie am Bus ging’s wieder Richtung Heimat. Und der Rückweg vollendete die insgesamt “komische” Auswärtsfahrt. Nachdem uns das Navigationsgerät am Delmenhorster Kreuz im wahrsten Sinne des Wortes in die Irre geführt hatte und wir dreimal das selbe Kentucky Fried Chicken passiert hatten, streikte auch noch der Motor des einen Minibusses Höhe Peine. Wir haben es gerade noch bis zur Tankstelle geschafft, an der wir Kaffee bekamen und auf den Pannendienst warteten. Dank Klaus (Feuerriegel) und seiner Fahrbereitschaft kamen alle neun Liegengebliebenen noch zurück nach Braunschweig. So waren dann die Letzten von uns auch um 2 Uhr endlich zu Hause.
Bildergalerie von Fahrt und Spiel
Tags: Oldenburg


