Olé Super Phantomé!

Die Hände waren längst schwitzig, und die fein zerrissenen Papierschnipsel klebten bereits an ihnen fest als Nils Mittmann die ersten beiden Punkte für sein Team erzielte. Seinen Steal schloss er mit einem krachenden Dunking ab, und die mitgereisten Fans ließen sogleich das Konfetti fliegen! Es war ein verheißungsvoller Anfang in eine Partie, die bis zur Halbzeit Spitz auf Knopf stand. Dabei sah es kurz nach dem fulminanten Start durch den Phantoms-Kapitän gar nicht mehr danach aus.

Denn auf die ersten beiden Zähler unserer Mannschaft folgte ein 12:0-Lauf der Hausherren. Dies lag zum einen daran, dass Goree und Co. mehrere Male in Folge in aussichtsreicher Position den Korb verfehlten. Aber dieser Lauf war auch darauf zurückführen, dass die Dragons heiß waren und in dieser Phase nicht nur stark verteidigten sondern auch in der Offensive gute Entscheidungen trafen. Die Quakenbrücker bewegten den Ball gut und fanden so immer wieder einen freien Mann – häufig in Person von Bryan Bailey und Nathan Peavy. Vor allem Peavy tat unserer Mannschaft wieder weh und war im ersten Viertel kaum zu kontrollieren.

Wer allerdings ob des Rückstands befürchtete, dass die Phantoms sich jetzt wie eine Woche zuvor ihrem Schicksal ergeben würden, der durfte schon bald Zeuge des Gegenteils werden. Zwar lagen sie nach den ersten zehn Minuten mit sieben Zählern zurück (15:22). Aber im zweiten Spielabschnitt kämpften sich Visser, Duvnjak und Kollegen angetrieben von den eigenen Fans wieder in die Partie. Kyle Visser setzte sich nun ein ums andere Mal in der Zone gegen Darren Fenn durch, Brandon Thomas zeigte sich erneut wurfstark aus der Distanz und als Nick Schneiders nach einem Offensiv-Rebound einnetzte, war der Ausgleich hergestellt. Zur Halbzeit stand es 36:36.

Obwohl die Phantoms sich bis hierin auf Augenhöhe mit den Hausherren präsentierten, gab es ein nicht unerhebliches Problem: die Foulbelastung! Schon zur Pause hatten mehrere Spieler unserer Mannschaft drei Fouls auf ihrem Konto. Und bei der aggressiven Verteidigung, die gegen die Drachen nötig war, drohten weitere Pfiffe gegen unser Team. Seltsam war jedoch, dass den Gastgebern bei identischer Spielintensität „deutlich“ weniger Fouls angelastet wurden. Aber Thomas, Hamilton und Co. ließen sich dadurch nicht aus dem Tritt bringen. Die Phantoms spielten weiterhin konzentriert und fokussiert und kauften den Quakenbrückern Stück für Stück den Schneid ab. Ein Treffer von Mittmann mit Ablauf der Uhr sorgte zum Ende des dritten Viertels für eine Zehn-Punkte-Führung unserer Mannschaft.

Frenetischer Jubel auf den Rängen begleitete unser Team in die letzten zehn Minuten. Allen Gesichtern in der Mannschaft war deutliche Zuversicht, aber auch Entschlossenheit zu entnehmen. Dabei ließen sich Goree und Kollegen auch nicht durch ein technisches Foul gegen Hamilton aus dem Rhythmus bringen. Fünf Punkte durch das Braunschweiger Spielmacher-Duo Duvnjak/Hamilton bedeuteten stattdessen eine Führung von 15 Zählern bei noch fünf verbleibenden Minuten. Auch ein erhöhter Verteidigungsdruck der Dragons sowie die fünften Fouls für Visser, Cain und Hamilton änderten nichts daran, dass die Phantoms den Auswärtssieg anpeilten.

Und nach 40 gespielten Minuten war es dann soweit. Unsere Mannschaft hatte den wirklich verdienten Sieg mit 79:64 in der Tasche. Cain, Mittmann und Co. stellten sich allen Widrigkeiten wie dem Ausfall von Greer, der ungerechten Foulverteilung und der Hexenkessel-Atmosphäre und spielten in der zweiten Hälfte einfach grandios und als Team auf. Jeder sprang in die Bresche, wenn es nötig war, kämpfte für den anderen und punktete, wenn es nötig war. Dies galt an diesem Abend vor allem für den Kapitän. Nils Mittmann gab nie einen Ball verloren, traf unmöglichste Würfe und sorgte mit einem Block an Ruben Boumtje-Boumtje für die Szene des Spiels.

Mit dieser Einstellung und diesem Willen müssen die Phantoms nun am Dienstag, 10. Mai um 20 uhr, wieder gegen die Artland Dragons antreten. Wenn sie es schaffen, erneut diese Leidenschaft bei gleichzeitiger Spielkontrolle auf das Parkett zu bringen, dann könnten sie mit diesem Heimspiel bereits das Halbfinal-Ticket der Playoffs lösen. Dort würden dann wie bereits im letzten Jahr die Bamberger warten. Aber: Spiel vier muss erst einmal gewonnen werden und das wird noch schwer genug.

Für die Phantoms punkteten: Thomas 21, Visser 14, Duvnjak 11, Mittmann 9, Hamilton 8, Goree 7, Cain 7, Schneiders 2, ElDomitay, Noch.
Scouting zum Spiel
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