Phantoms besiegen die Wölfe!
Sicherlich durfte man nicht davon ausgehen, dass das Spiel im Wolfsbau beim MBC genauso schön anzusehen sein
würde, wie noch das letzte Heimspiel gegen ALBA Berlin. Da brannten die Phantoms ja wahrlich ein Offensiv-Feuerwerk mit sehr schönen und sehenswerten Spielkombinationen ab. Aber auch, weil die Berliner defensiv sehr viel zuließen.
Beim Aufeinandertreffen mit der Mannschaft von Trainer Björn Harmsen war es jedoch notwendig, andere Qualitäten des eigenen Spiels zu entdecken. Hier war eine kämperische Einstellung gefragt, um der Ganzfeldpresse und denn flinken Spielern des Gastgebers zu trotzen. Und anscheinend hat es unserer Mannschaft nur gut getan, dass sie bei Ankunft in Weißenfels den letzten Kilometer zu Fuß zur Halle laufen mussten. “Wir haben die Jungs aus dem Bus geschmissen und gemeinsam einen Fußmarsch durch die frische Luft gemacht, damit alle wieder richtig wach werden”, verriet Oliver Braun vor dem Spiel mit einem leichten Schmunzeln auf den Lippen.
Frisch und munter startete unser Team dann auch wirklich ins Spiel – zumindest offensiv. Die ersten Angriffe liefen über die langen Spieler Visser und Cain. Hier wollten die Phantoms gleich das Fehlen von MBC-Center Vassil Evtimov ausnutzen, der sich einen Muskelfaserriss zugezogen hatte. Und so ließen die ersten Punkte von Visser auch nicht lange auf sich warten.
Aber das Spi
el gestaltete sich zunächst offen. Keine der beiden Mannschaften konnte sich absetzen. Und während bei den “Wölfen” vornehmlich die Guards Ross und Pilcevic für ihr Team punkteten, sah die Punkteverteilung unserer Mannschaft weitestgehend ausgeglichen aus. Skinn nutzte wieder seiner Schnelligkeit und zog viel zum Korb, Greer traf aus der Distanz, Visser punktete unterm Korb und Cain von der Freiwurflinie.
Weil sich unsere Mannschaft aber zu viele kleine Fehler erlaubte, wie unnötige Ballverluste, und zudem eine mehr als dürftige Verteidigungsleistung bot, lag sie zwischenzeitlich schon mit sieben Zählern zurück. Aber Mittmann und Co. taten nun das, was sie unter anderem in Tübingen versäumten. Sie behielten den Kopf oben und kämpften sich wieder heran. Letztendlich betrug der Rückstand nach Ablauf des ersten Viertels nur zwei Zähler.
Mit Beginn des zweiten Spielabschnitts forcierten die Phantoms den Druck. Jason Cain zog ein Foul nach dem anderen, und die Dreipunktewürfe unseres Team fielen hochprozentig. Auf der anderen Seite haderten die Gastgeber schon jetzt mit den Schiedsrichtern, kassierten technische Fouls und trafen zunehmend schlechter. Und so gelang es den Phantoms, sich bis Ende des Viertels mit knappen fünf Punkten abzusetzen (44:39).
Aber die “Wölfe” bissen sich mit Beginn der zweiten Halbzeit wieder zurück in die Partie und konnten später sogar ausgleichen. In dieser Phase gab LaMarr Greer dem Spiel mehr Ruhe. Die Mannschaft konnte zurück in die Systeme finden und die Angriffe auch erfolgreich abzuschließen. So war es zum Beispiel Kevin Hamilton, der einen guten Tag von der Dreipunktelinie hatte, und einnetzte. Aber auch Skinn und Cain sorgten für wichtige Punkte, die für eine Vier-Punkte-Führung zum Ende des dritten Spielabschnitts reichten.
Im letzten Viertel ließen sich die Phantoms nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Sie spielten jetzt ihren Stiefel
runter und nutzten ihre Möglichkeiten mit guter Quote. Vor allem von der Freiwurf- und Dreipunktelinie konnte unser Team dieses Mal überzeugen. Allein Jason Cain traf zehn von elf Freiwürfen. Insgesamt lag die Freiwurfquote aber bei 86 Prozent (31 von 36 Würfe verwandelt) und die Dreierquote bei guten 44 Prozent. Diese beiden Statistiken waren an diesem Spieltag auch der Sieggarant für unser Team, das lange Zeit mit dem Gegner zu kämpfen hatte.
Schlussendlich aber befanden die mitgereisten Supporter und Fans den Sieg der Phantoms für verdient – entgegen der Aussage von MBC-Trainer Björn Harmsen, der die Niederlage an den Schiedsrichtern ausmachte. Zwar ist die Verteidigungsleistung unserer Mannschaft durchaus noch ausbaufähig, aber offensiv scheint sie den Rhythmus gefunden zu haben. Dies lässt sich vor allem an Tony Skinn belegen, der starke 24 Punkte erzielte und endlich im Team angekommen zu sein scheint. Insgesamt ist der Sieg aber als geschlossene Mannschaftsleistung zu bewerten. Denn jeder hat seinen Anteil dazu beigetragen.
Für die Phantoms punkteten: Skinn 24, Cain 14, Hamilton 14, Visser 10, Greer 9, Goree 8, Thomas 7, Mittmann 5.
Scouting zum Spiel.
Impressionen zum Spiel und zur Fahrt gibt’s wieder immer HIER von Eberhard!!!!
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