Phantoms erarbeiten sich zweiten Heimsieg
Das Spiel begann gut für die Mannschaft von Trainer Sebastian Machowski. Denn auch wenn die New Yorker Phantoms anfangs gleich
dreimal das Ziel verfehlten, konnte sich Kevin Hamilton jedes Mal den Offensiv-Rebound greifen und mit neuen 24 Sekunden den nächsten Angriff starten. Irgendwann zahlte sich das aus und unser Team markierte die ersten Zähler.
Doch im Gegenzug zeigte der Ulmer Forward Sean Sonderleiter, dass mit ihm an diesem Tag zu rechnen sein würde. Er setzte sich gekonnt unter dem Korb gegen Marcus Goree durch und glich aus. Auch in den nächsten Minuten war es überwiegend Sonderleiter, der seine Mannschaft im Spiel hielt. Und die Phantoms fanden noch kein richtiges Mittel gegen ihn. Er erzielte Punkt um Punkt und traf nahezu von jeder Position. Zum Glück stand die Verteidigung schon bald besser und Thomas sowie LaMarr Greer wussten auf Seiten der Phantoms zu kontern und sorgten neben Kyle Visser für eigene Zähler. Das erste Viertel endete mit einem beruhigenden Stand von 20:14.
Weniger beruhigend verliefen jedoch die zweiten zehn Minuten des Spiels. Visser biss sich gegen Bryant unter dem Korb fest und vergab einige Korbleger. Goree wurde meistens gut zugedeckt und Fouls an ihn leider auch nur selten geahndet. Und somit sank die Trefferquote unserer Mannschaft und damit auch die Punkteausbeute. Die Ulmer um die Nationalspieler Robin Benzing und Per Günther hatten aber ebenfalls ihre liebe Mühe, ihre Angriffe erfolgreich abzuschließen, weshalb im zweiten Viertel auf beiden Seiten jeweils nur 13 Punkte erzielt wurden. Cain, Mittmann und Co. waren zu diesem Zeitpunkt etwas schwere Beine anzusehen und wirkten ein wenig ausgepowert. Dies war sicherlich dem Freitagsspiel geschuldet, das die Phantoms unglücklich mit vier Punkten gegen Oldenburg verloren. Aber aller schweren Beine zum Trotz gingen die Phantoms mit einem Sechs-Punkte-Vorsprung in die Halbzeit.
Wer nun dachte, dass die 15-minütige Pause den Akku unseres Teams wieder aufgeladen hätte, sah sich getäuscht. Kevin Hamilton gelang es nicht, eine richtige Linie ins Spiel zu bringen, die Würfe fanden ihr Ziel nicht und die Ulmer spürten, dass hier was drin sein könnte. Robin Be
nzing, der bis hierin von Thomas abgemeldet wurde, traf einen Dreipunktewurf und im Anschluss noch zwei Freiwürfe. Auf der anderen Seite pfiffen die Unparteiischen ein unsportliches Foul gegen Jason Cain und nahmen den Phantoms damit wirklich jeglichen Rhythmus. Erneut ließen die Schiedsrichter wie schon im Spiel gegen Oldenburg eine klare Linie vermissen. Und als sich dann noch Kapitän Nils Mittmann vor unseren Block stellte und die Fans mit Gesten anpeitschte, stand die Halle mit Schieber-Rufen Kopf.
Den einen Punkt Rückstand, mit dem Goree und Co. in die letzten zehn Minuten gingen, holte unser Team schnell wieder auf. Visser setzte sich nun vermehrt unter dem Korb durch und arbeitete auch sehr stark in der Verteidigung. Der starke Brandon Thomas traf einen Korb nach dem anderen und als auch noch Cain einen Dreipunktwurf verwandelte, hatten die Phantoms wieder Oberwasser. Jetzt war nichts mehr von müden Beinen zu spüren. Stattdessen wirkten die Ulmer leer und einfallslos. Auch die beiden Langen, Sonderleiter und Bryant, blieben nun blass und konnten sich nicht mehr durchsetzen. Goree hatte ihnen mit seinen Kollegen Cain und Visser in der Verteidigung den Zahn gezogen. Und von außen trafen die Gäste aus dem Süden genauso schlecht wie die Phantoms.
Ein Dunk von Thomas und ein Tipp-In-Dunk von Cain ließen dann sogar noch die Zuschauer jubeln. Für Jason Cain wirkte seine Aktion wie eine Befreiung – hatte er doch in den ersten Spielen nach einer Bronchitis noch nicht die gewohnte Leistung abgerufen. Er jubelte und schrie seine Freude heraus! So kennt man ihn: Den Energizer!!! Und mit dieser Aktion war das Spiel dann auch entschieden. Zwar gelangen den Ulmern noch mehrere leichte Punkte durch Coleman Collins. Aber der Plan, Hamilton und Co. an die Freiwurflinie zu zwingen und hier wieder auf eine Schwäche zu hoffen, schlug fehl. Thomas, Hamilton, Goree und Co. gaben sich dieses Mal keine Blöße und trafen die entscheidenden Würfe. Und so endete das Spiel am Ende verdient und hart
erarbeitet mit 74:62.
Insgesamt war eine Steigerung im Spiel und bei einzelnen Spielern zu sehen. So wirkte Hamilton deutlich wacher und sammelte neben seinen sieben Punkten auch zehn Rebounds und gab acht Assists. Auch Thomas strahlte dieses Mal über die gesamten 40 Minuten Gefahr aus. Zudem war insgesamt eine deutlich bessere Arbeit in der Verteidigung zu beobachten. Im Zusammenspiel und bei den Dreipunktewürfen hapert es immernoch. Aber das dürfte sich mit der Zeit (hoffentlich) geben.
Für die Phantoms punkteten: Thomas 20, Goree 13, Cain 12, Visser 10, Hamilton 7, Greer 7, Skinn 5, Mittmann, Schneiders, Obradovic.
Impressionen zum Spiel findet ihr wie immer HIER.


