Phantoms fahren zweiten Heimsieg ein!
Vor dem Spiel gegen den Gast aus Würzburg lag ordentlich Druck auf den Phantoms. Denn nach zwei verlorenen Heimspielen in Folge war ein Sieg in eigener Halle
dringend notwendig geworden – vor allem, weil es gegen einen wahrscheinlichen Konkurrenten um einen Playoff-Platz ging. Der Sieg in Trier schien unserer Mannschaft aber Selbstvertrauen gegeben zu haben. Und so führten Mittmann und Co. ohne den verletzten IMac (Muskelfaserriss) nach wenigen Minuten bereits mit 8:3.
Schon in dieser Anfangsphase wurde deutlich, dass LaMarr Greer und Power Forward Rich Melzer einen guten Tag erwischt hatten. Viele Angriffe liefen über die beiden Phantoms, die es mit Punkten dankten. Die gefürchtete druckvolle und aggressive Spielweise der Würzburger blieb allerdings zunächst auch aus. Dafür zeigten Ivan Elliott und Ben Jacobsen auf Seiten der Gäste eine andere Stärke: Beide Spieler streuten erfolgreiche Dreipunktewürfe ein und hielten ihre Mannschaft zu Beginn im Spiel. Insgesamt verlief das erste Viertel aber ausgeglichen und endete mit 22:20 für unser Team.
Im zweiten Spielabschnitt bekamen die Phantoms zunehmend Probleme mit dem Tabellenzweiten. Der erhöhte nun die Intensität, ließ weniger einfache und freie Würfe zu, was dazu führte, dass die Zuschauer zwei Minuten auf die ersten Punkte warten mussten. Als diese dann endlich durch Kyle Visser fielen, vergingen allerdings erneut drei weitere Minuten bis die nächsten Zähler verbucht werden konnten. In dieser Phase spielte unsere Mannschaft fahrig, unkonzentriert und unstrukturiert. Obwohl einige Spieler auf Seiten der Gäste schon jetzt in Foul-Trouble waren, attackierten unsere Phantoms den gegnerischen Korb zu zaghaft und nutzten diese Schwächung demzufolge in zu geringem Maße aus. Als Konsequenz dessen konnten die Würzburger ihren Stiefel weiter runterspielen und sich bis zur Halbzeit auf sechs Zähler absetzten (33:39).
Aber unser Team startete stark in das dritte Viertel. Jetzt war deutlich mehr zu spüren, dass die Mannschaft von Coach Sebastian Machowski hier unbedingt den Sieg wollte. Die Partie
wurde von Sekunde zu Sekunde intensiver und das schlug sich vor allem auf Würzburger Seite nieder. Die leisteten sich in den Anfangsminuten gleich drei Ballverluste und verfehlten bei ihren Wurfversuchen mehrmals in Folge das Ziel. Als nach erfolgreichen Aktionen vom starken Rich noch eine unsportliches Foul von Ivan Elliott an Branko Jorovic erfolgte und LaMarr nach Ballgewinn von der Freiwurflinie sein Team in Führung warf, schien der Bann gebrochen! Jetzt zog unser Team Foul um Foul und agierte viel bissiger. Kapitän Nils Mittmann durchbrach kurz vor Ende dieses Spielabschnitts dann auch die Dreierflaute. Er verwandelte den ersten Wurf von der 6,75 Meterlinie und traf so zum wichtigen 52:51. Mit einer knappen Ein-Punkt-Führung endete letztendlich auch das dritte Viertel (54:53).
Das letzte Viertel war Spannung pur. Zumindest bis vier Minuten vor Ende der Partie. Unser Team agierte mit Beginn der letzten zehn Minuten zunächst unkonzentriert. Vergebene Korbmöglichkeiten und Ballverluste wechselten sich ab. Ein technisches Foul von Rich wegen Meckerns toppte die durchwachsene Anfangsphase und ermöglichte den Würzburgern eine Drei-Punkte-Führung. Doch so langsam aber sich schlug die Stunde von LaMarr. Nach erfolgreichem Mitteldistanzwurf wechselte der Coach ihn kurzzeitig aus, brachte ihn aber wenige Minuten später zurück. Und dann drehte er auf. Zuerst traf er einen Dreipunktewurf. Dann wurde er bei einem Dreipunktewurf gefoult und erhielt drei Freiwürfe, die er allesamt verwandelte. Keine Minute später traf er wieder für Drei und zog anschließend wieder ein Foul. Insgesamt elf Punkte erzielte LaMarr in den letzten fünf Minuten der
Begegnung und führte seine Mannschaft damit zum verdienten 78:63-Sieg. Ihm zur Seite zeigte auch Rich mit seinem ersten Double-Double (16 Punkte und zehn Rebounds) eine bärenstarke Leistung.
Insgesamt fiel der Sieg mit 15 Punkten Vorsprung am Ende vielleicht zu hoch aus. Aber die Gäste hatten dem Biss und dem Willen unserer Mannschaft schlussendlich zu wenig entgegenzusetzen. Die hohe Foulbelastung (insgesamt 29 Fouls) hatte sie dazu gezwungen, in Sachen Intensität zurückzuschrauben, was die Phantoms eiskalt zu ihren Gunsten nutzen. Zudem zeigten sich Nils, Stephen und Co. in der zweiten Halbzeit defensiv deutlich verbessert und ließen nur 24 Punkte des Gegners zu.
Mit dieser Einstellung müssen die Phantoms nun nach Tübingen fahren und dort versuchen, den Gegner unter 70 Punkten zu halten. Die Tübinger sind aktuell Tabellenvorletzter, konnten aber zuletzt mit Siegen in Bremerhaven und in der Verlängerung in Hagen aufwarten. Obwohl die Tübinger über einen guten und wurfstarken Backcourt um Aufbauspieler Lou Campbell verfügen und mit Pavelas Cukinas einen starken und erfahrenen Mann auf der Center-Position nachverpflichtet haben, sollte ein Sieg im Süden aber möglich sein. Allerdings muss unser Team dafür auch von Beginn an konzentriert auftreten.
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