Sieg, Humba und Sektdusche

Das Spiel war durchschnittlich, aber die Stimmung grandios. So könnte man das letzte Spiel der regulären Saison in Bonn zusammenfassen. Hamilton, Duvnjak und Co. war irgendwie anzumerken, dass sie mit den Gedanken vielleicht schon in ihrer ersten Playoff-Partie waren. Wenngleich sie bis dato nicht wussten, auf welchen Gegner sie treffen würden. Und weil die Mannschaft von Trainer Sebastian Machowski eben doch die bestmögliche Ausgangsposition erreichen wollte, zeigte sie mit Beginn der zweiten Halbzeit unter toller Anfeuerung der Fans, was sie eigentlich leisten kann.

Aber mal von vorne. Knapp 40 Fans machten sich bei schönstem Wetter mit dem Reisebus auf den Weg nach Bonn. Vor Ort stießen noch weitere Fans hinzu, so dass wir in der Summe knapp 50 waren. Da der Verkehr auf den Straßen es gut mit uns meinte, kamen wir schon so früh in Bonn an, dass noch eine Stunde Sonnetanken an der Rheinaue drin war. Eis hier, Bier und andere Kaltgetränke dort – wir ließen es uns gut gehen bevor wir weiter Richtung Telekom Dome fuhren. Dort angekommen hatten wir die Halle sofort mit Fangesängen und Trommeln erfüllt. Für uns Fans stand fest: Wir wollten die Mannschaft ordentlich aus der regulären Saison verabschieden und ihnen zeigen, welche Unterstützung sie auch in den Playoffs wieder von uns allen erwarten können.

Die Partie fing ausgeglichen an. Dennoch zeigte sich früh, dass unsere Phantoms vor allem mit Jacob Jaacks, Nic Wise und Marc Tyndale Probleme haben würden. Der kleine, aber wendige Wise machte Kevin Hamilton das Leben schwer und ließ sich auf dem Weg zum Korb nur selten vom Braunschweiger Pointguard aufhalten. Zudem traf der lange Jaacks hochprozentig aus der Distanz, was in der Kombination dazu führte, dass die Hausherren gegen Ende des ersten Viertels mit 24:18 vorne lagen. Doch ein Dreipunktewurf von LaMarr Greer und zwei Zähler von Marcus Goree sorgten zum Ende dafür, dass die Phantoms wieder auf Tuchfühlung waren (25:26).

Im zweiten Spielabschnitt verlief die Begegnung weiterhin ausgeglichen, zumindest bis sich bei unserer Mannschaft unnötige Fehler häuften. Plötzlich schien der Faden gerissen zu sein und ein Ballverlust folgte dem nächsten. Und weil Hamilton, Cain und Co. im Umschalten von Angriff auf Verteidigung zu langsam waren, lagen sie im Nu mit elf Zählern zurück. Ein Dunking von Nick Schneiders schien noch einmal für einen Ruck im Team zu sorgen. Und so trafen die Phantoms in dieser Phase zwar nicht besser, erhöhten aber wieder die Verteidigungsintensität. Die Bonner erhielten jetzt vermehrt schwere Würfe und verfehlten so auch häufiger ihr Ziel. Ein umjubelter Block von Schneiders sorgte quasi für das Ende der zweiten zehn Minuten (40:46).

Mit Pauken und Trompeten empfingen wir Greer, Mittmann und Co. nach der Pause wieder in der Halle. Aber das half nur bedingt. Denn jedes Mal, wenn unser Team herankommen zu schien, konterten die Hausherren wieder. Zwei erfolgreiche Dreipunktewürfe von Jaacks und insgesamt acht Zähler von Wise in diesem Viertel sorgten unter anderem dafür, dass die Magentafarbenen die Führung behielten. Da half es auch nicht, dass die Phantoms nun vermehrt das Spiel über Visser forcierten. Der Braunschweiger Center traf hochprozentig und erzielte sechs Zähler in Folge, was aber nichts daran änderte, dass unsere Korbjäger teilweise zu fahrig agierten. Und so gingen sie mit einem Sechs-Punkte-Rückstand in das letzte Viertel.

Im letzten Spielabschnitt zeigten die Phantoms dann mal wieder, zu welcher Leistung sie imstande sind. Plötzlich funktionierte die Verteidigung, und in der Offensive fand die Mannschaft gute Lösungen: allen voran Nils Mittmann. Der Kapitän netzte zwei Mal hintereinander eiskalt von der Dreipunktelinie ein. Und als dann noch Uros Duvnjak zwei Punkte markierte, war der Ausgleich perfekt. Von nun an kontrollierten Cain und Kollegen die Partie und ließen die Bonner kaum noch ins Spiel finden. Fünf Minuten lang erzielten die Hausherren keinen Korb. Schlussendlich entschieden die Phantoms dieses Viertel mit 24:10 für sich und gewannen so das Spiel.

Alle Fans sangen, hüpften und stimmten noch die Humba in der Halle an. Draußen am Bus gab’s dann Sekt und einen spaßigen Empfang für die Spieler. Kyle Visser wurde mit Sekt empfangen und köpfte noch eine Flasche für die Fans. Brandon Thomas stimmte mit ein, als ihm „Hey was geht ab, wir feiern die ganze Nacht“ entgegenschallte. LaMarr Greer ließ es sich nicht nehmen, fast jeden einzeln abzuschlagen. Für Philipp Köchling gab es eine Welle! Und Sebastian Machowski? Der lernte das Laufen. Allerdings musste er feststellen, dass er im Rückwärtslaufen nicht schnell genug war. Und so bekam er noch eine Sektdusche ab, nahm es aber sichtlich mit Humor.

Alles in allem war das letzte Spiel der regulären Saison ein toller Ausklang, aber auch gleichzeitig der richtige Einstieg in die nun beginnende heiße Phase. Wir hoffen, dass die Stimmung zwischen Mannschaft und Fans auch in der Playoff-Serie so toll sein wird, wie man es zuletzt erleben durfte. Und dass wir Fans wieder ordentlich Stimmung und Lärm in fremden Hallen verbreiten und so der sechste Mann sind.

Die Playoffs starten am 1. Mai mit dem ersten Spiel in Quakenbrück. Spiel 3 in Quakenbrück findet am 7. Mai statt. Für diese beiden jetzt schon feststehenden Spiele bieten wir wie immer Fahrten und Tickets an. Bitte informiert euch bei Interesse in diesem Artikel!

Für die New Yorker Phantoms punkteten: Thomas 18, Greer 16, Hamilton 11, Cain 11, Visser 10, Goree 6, Mittmann 6, Schneiders 5, Duvnjak 3.
Scouting zum Spiel.

Die Galerie zur Fahrt mit der Sektdusche und allen weiteren Highlights findet ihr wie immer HIER!